1916-1932: Bewegte Anfangsjahre

Mitten im 1. Weltkrieg – am 21. Dezember 1916 – wurde die „Bochumer Heimstätten GmbH“ gegründet. Die von Stadt, Industrie und Religionsgemeinschaften getragene Gesellschaft hatte die Aufgabe, „benachteiligten Familien und Personen zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens erbauten Häusern zu billigem Preis zu verschaffen“. Damit sollte die schon vor 1914 herrschende Wohnungsnot gemildert werden. Als eines der ersten Grundstücke erwarb die Gesellschaft den Rottmannshof in Grumme, wo 1921 die erste Siedlung für Bergleute mit 132 Wohnungen fertig gestellt wurde („Böckenbergsiedlung“). Im Jahr 1932 wurde der Bochumer Heimstätten-Gesellschaft die Gemeinnützigkeit anerkannt.

1933-1945: Wohnungswirtschaft in Diktatur und Krieg

Während der NS-Herrschaft wurde auch die Bochumer Heimstätten-Gesellschaft „gleichgeschaltet“. Höhere Posten wurden mit „Parteigenossen“ besetzt. Staatlicher Dirigismus verhinderte das freie Agieren am Wohnungsmarkt. Bis 1939 entstanden weitere Einfamilienhäuser und 60 Mietwohnungen in Altenbochum. Mit Kriegsbeginn stellte die Gesellschaft alle Bauvorhaben ein und beschränkte sich auf Verwaltung und Erhalt des Haus- und Grundbesitzes. Am 4. November 1944 zerstörte der verheerendste Bombenangriff auf Bochum auch den Geschäftssitz der Heimstätten-Gesellschaft im Lueg-Haus (Kortumstraße 16). Durch den Krieg ging rund ein Drittel der bewirtschafteten Wohnfläche verloren.

1946-1960: Neuanfang - Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

Die Bochumer Heimstätten-Gesellschaft war maßgeblich am Wiederaufbau nach dem Krieg in Bochum beteiligt. „Ein Dach über dem Kopf“ für die Bochumer Bevölkerung, aber auch für die Flüchtlinge und Vertriebenen, war die Devise. Diese Phase stand klar im Zeichen des kostengünstigen Massen-Wohnungsbaus. 1952 begann das bis dahin größte Bauvorhaben der Gesellschaft, die Errichtung der MSA-Siedlung in Bochum-Gerthe mit 483 Wohnungen. In den Folgejahren wurden weitere Siedlungen, u.a. die Buseloh-Siedlung in Altenbochum mit 408 Wohnungen für „S.B.Z.-Flüchtlinge“, errichtet, so dass Ende der 1950er Jahre der Bestand auf 5.000 Wohnungen angewachsen war.

1961-1975: Wohnungsbau im Zeichen des Strukturwandels

Mit Beginn des Strukturwandels in Bochum spielte die Bochumer Heimstätten-Gesellschaft erneut eine wichtige Rolle. Trotz Zechenschließungen und Rückgang auch bei der Stahlproduktion wuchs durch die Ansiedlung von Opel der Bedarf an Wohnraum. Gleichzeitig stiegen die Ansprüche an Qualität und Ausstattung der Wohnungen. So wurden für die Opel-Mitarbeiter moderne Siedlungen u.a. in Langendreer und Laer errichtet. Im Zuge des Universitätsbaus entstand Mitte der 1960er Jahre die Universitätsrahmenstadt (Hustadt) für RUB-Bedienstete und Studenten. 1973 bezog die Gesellschaft ihr neues Verwaltungsgebäude an der Wirmerstraße in Altenbochum, das bis heute der Sitz des Unternehmens ist.

1976-1990: Fusion / Sanierung statt Abriss

Am 25.07.1976 fusionierten die „Bochumer Heimstätten GmbH“ und die 1927 gegründete „Vereinigte Baugesellschaft Bochum-Langendreer mbH“ zur „Vereinigte Bochumer Wohnungsgesellschaft mbH“ (VBW). Neben der Errichtung weiterer Wohnsiedlungen, wie z.B. der Sonnenleite in Langendreer, und der Bebauung des früheren Radrennbahn-Geländes an der Kulmer Straße in Weitmar widmete das Unternehmen sich zunehmend auch Groß-Sanierungsmaßnahmen. So agierte die „Vereinigte“ ab 1977 als Treuhänderin der Stadt Bochum für die fachgerechte Sanierung der 1906-15 errichteten Bergarbeitersiedlung „Dahlhauser Heide“ („Kappskolonie“) in Hordel.

1991-2005: Auf dem Weg ins neue Jahrtausend

Nach dem Wegfall des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes firmiert die Gesellschaft seit 1991 als „VBW BAUEN UND WOHNEN GMBH“. Geprägt waren die Jahre nach Wiedervereinigung und Grenzöffnung durch eine starke Zuwanderung deutschstämmiger Aussiedler und von Bürgern aus den neuen Bundesländern, was einen Nachfrageschub auch für die Wohnungsbestände der VBW brachte. In dieser Zeit engagierte sich die VBW außerdem beim Aufbau einer leistungsfähigen Wohnungswirtschaft im Osten Deutschlands. In Bochum bildete die Übernahme mehrerer tausend teils sanierungsbedürftiger Wohnungen von der Stadt und anderen Eigentümern den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit.

2006 bis heute: Von der Wohnung zum Quartier

Mit den sich wandelnden Ansprüchen an das Wohnen liegt der Fokus der VBW nicht mehr allein auf Wohnraumversorgung. Die Gesellschaft setzt mit ihrer wohnungswirtschaftlichen Strategie auf eine nachhaltige Quartiersentwicklung und Schaffung guter Wohnadressen durch eine gesunde Mischung von Modernisierung und Neubau, Miete und Eigentum, durch eine Attraktivierung des Wohnumfelds und Stärkung von Nachbarschaften. Neue Konzepte, wie Mehrgenerationen-Wohnen, moderne Service-Wohnungen für Senioren oder WG-Wohnungen für Studierende, stehen für diese Entwicklung. Heute leben etwa 40.000 Menschen in knapp 12.500 VBW-Wohnungen in über 30 VBW-Quartieren.